Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Oskar Goldfuss

Oskar GOLDFUSS, geboren 1899, katholisch, wohnte bei seinen Eltern in der Getreidegasse 47/II, wo sein Vater Hausmeister war. Oskar wurde 1920, zwei Jahre vor dem Tod seines Vaters, in die Landessiechenanstalt (Leprosenhaus) in Mülln und hierauf in die Landesheilanstalt in Lehen eingewiesen. Der Pflegling wurde am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert, dort ermordet.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Getreidegasse 47

Oskar Goldfuss

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Johanna Standl & Rosemarie Daxer

Johanna STANDL, geboren 1887 in Heiligenstadt (Gemeinde Lengau), katholisch, ledig, war Hausgehilfin und Köchin, arbeitete seit 1926 in Salzburg und wohnte zumeist bei ihren Dienstgebern, zuletzt im Marianum, Griesgasse 8. Im Februar 1934 wurde Frau STANDL in die Landesheilanstalt Salzburg-Lehen eingewiesen, am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort ermordet.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Rosemarie DAXER, geboren am 1. Februar 1942 in Salzburg, war ein lediges Kind, das zwei Wochen nach seiner Geburt (Frühgeburt) im »Dienstmädchenheim« (vormals Marianum), Griesgasse 8, untergebracht wurde. Rosemaries Mutter, 20 Jahre jung, Hausgehilfin und Küchenmädchen, wohnte bei ihren Dienstgebern (häufiger Wechsel). Ihre Tochter Rosemarie wurde auf Antrag des Reichsstatthalters des Reichsgaues Salzburg (Dr. Gustav Adolf Scheel, Arzt) in die »Wiener städtische Nervenklinik für Kinder« (Am Spiegelgrund) eingewiesen: Aufnahme am 12. Juli 1943, Pavillon 15/I (Todespavillon), Aufnahmeuntersuchung am 12. Juli 1943 (Dr. Ernst Illing), Meldung an den »Reichsauschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden« am 21. August 1943 (Dr. Marianne Türk), Tod des 1 ½-jährigen Kindes Rosemarie am 21. August 1943, 18:30, offizielle Todesursache: »Lungenentzündung«.

Dem unterernährten Kind wurde Veronal oder Luminal verabreicht (siehe Waltraud Häupl: Die ermordeten Kinder vom Spiegelgrund. Gedenkdokumentation für die Opfer der NS-Kindereuthanasie in Wien, Wien 2006, S. 90)

(Recherche: Waltraud Häupl, Gert Kerschbaumer)

Standort: Griesgasse 8 (Marianum)

StandlDaxer

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Anna Fassa

Anna FASSA, geborene Krejci, geboren 15. Jänner 1878 in Liefering, katholisch, war mit dem Malermeister Anton FASSA verheiratet (der Ehemann starb im Februar 1919) und hatte zwei Kinder. Die jüngere Tochter Antonia starb 22-jährig im November 1919 nach der Geburt ihres ersten Kindes, die ältere Tochter Anna starb 26-jährig im Juli 1921 nach der Geburt ihres dritten Kindes.

Die Familie Fassa wohnte seit 1901 in Salzburg, Steinbruchstraße 8 (im Eigentum der Anna Fassa). Frau Fassa, 1936 entmündigt, wurde 1937 in die Landesheilanstalt Salzburg-Lehen eingewiesen, am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort ermordet.

(Recherche: Andrea Strixner)

Standort: Steinbruchstraße 8

Anna Fassa

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Gottfried Neunhäuserer & Jakob Förtsch

Gottfried NEUNHÄUSERER OSB (Ordo Sancti Benedicti), geboren 1882 in Welsberg bei Bruneck (Südtirol), war Benediktinerpater im Stift St. Peter, Ordensname Romuald (1903 Eintritt und Einkleidung, 1907 ewige Profess, 1908 Priesterweihe). Von 1909 bis 1920 hatte Pater Romuald folgende Funktionen: Kooperator, Pönitentiar, Konviktspräfekt und Wallfahrtspriester. Pater Romuald, der seit 1920 Pflegling in der Nervenheilanstalt Salzburg-Lehen war, wurde 17. April 1941 nach Hartheim deportiert, dort am 8. Mai 1941 ermordet.

Jakob FÖRTSCH OSB (Ordo Sancti Benedicti), geboren 1896 in Neuensee, Oberfranken (Bayern), Ordensname Coelestin (Einkleidung 1930, Profess 1931), war Konventdiener im Kloster St. Peter und Refektoriar im Kolleg St. Benedikt. Nach der Vertreibung der Mönche durch das NS-Regime im Jahr 1942 lebte Bruder Coelestin in seinem Heimatort Neuensee in Bayern, wo er wegen seiner regimekritischen Haltung verhaftet wurde, am 8. Oktober 1943 ins KZ Dachau und am 22. November 1943 ins KZ Ravensbrück deportiert wurde. Bruder Coelestin wurde am 10. Februar 1944 im Außenlager Barth ermordet.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Stiftshof St. Peter

Stiftshof St.Peter

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Veronika Maultasch

Veronika MAULTASCH, geborene HOFINGER, geboren 1876 in Altheim (Bezirk Braunau), war mit dem Finanzwachebeamten Leopold MAULTASCH verheiratet (er starb 1932) und hatte drei Kinder. Die Familie wohnte seit 1910 in Maxglan, Schillerstraße. 1937 zog die Witwe zu ihrem Sohn Leopold, einem Postbeamten, ins Haus Mönchsberg 9 (Haus Huttary: Wohnsitz von Agnes Muthspiel, Herbert Breiter, Stefan Kruckenhauser und Franz Hoppichler).

Frau MAULTASCH, die 1936 entmündigt worden war, wurde in die Landesheilanstalt in Salzburg-Lehen eingewiesen, am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert, dort ermordet.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Mönchsberg 9 (Haus Huttary)

maultasch

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Josef Schöfegger

Josef SCHÖFEGGER, geboren 1906 in Feldkirchen bei Mattighofen, Zeuge Jehovas, Schuhmacher, war mit Theresia verheiratet, die 1937 ein Kind (Josefine) bekam. Die Familie wohnte in Salzburg, Nonntaler Hauptstraße 120 (Äußeres Nonntal). Der Ehemann und Vater wurde am 24. November 1939 wegen Verweigerung des Kriegsdienstes verhaftet, am 4. Jänner 1940 ins KZ Sachsenhausen deportiert und dort am 15. April 1940 ermordet. Ehefrau und Tochter überlebten die Verfolgungen.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Nonntaler Hauptstraße 120

Josef Schöfegger

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Karl Sonnleithner

Karl SONNLEITHNER, geboren 1897 in Pilsen, Böhmen (Österreich-Ungarn, hernach Tschechoslowakei), katholisch, war ein Sohn des k. u. k. Offiziers Max Edler von Sonnleithner (gest. 1930) und der Anna, geborene Stark (gest. 1942). Das Ehepaar hatte noch drei Kinder, Max, Franz* und Anna. Die Familie wohnte seit 1903 in Salzburg, Arenbergstraße 1/II. Sohn Karl, der Tischlerei gelernt hatte,  war seit 1925 Pflegling der Landesheilanstalt Salzburg. Er wurde am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert, dort ermordet.


* Autobiografie des Franz von Sonnleithner (geb. 1905 in Salzburg, gest. 1981 in Ingelheim am Rhein): Als Diplomat im Führerhauptquartier, München 1989

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Arenbergstraße 1

sonnleithner

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Karl Steinocher

Karl STEINOCHER, geboren 1894 in Krumau, Böhmen (Österreich-Ungarn, hernach Tschechoslowakei), altkatholisch, verheiratet, war Eisenbahner im Fahrdienst, Schaffner und Zugführer, Mitglied der SPÖ, des Republikanischen Schutzbundes, der Freien Gewerkschaft (Vertrauensmann der Eisenbahner) und, nach dem Verbot der Sozialdemokratie im Februar 1934, Mitglied der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ).
Er wurde im April 1941 von der illegalen KPÖ-Gruppe Reichsbahn als Mitglied geworben, am 26. Februar 1942 verhaftet, nachdem die Netzwerke des organisierten Widerstands (KPÖ und RSÖ) von der Gestapo zerschlagen worden waren. Am 27. November 1942 wurden neun Eisenbahner, unter ihnen Karl STEINOCHER, wegen Vorbereitung zum Hochverrat vom Oberlandesgericht Wien zu jeweils mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. STEINOCHER, der sieben Jahre Zuchthaus erhielt, wurde am 15. August 1942, noch vor der Verurteilung, vom Zuchthaus Salzburg ins Zuchthaus Landsberg am Lech überstellt, hernach in den Zuchthäusern Straubing und Amberg inhaftiert, zuletzt in der Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg, wo er, nach der Befreiung, am 16. Mai 1945 an den Haftfolgen (Lungentuberkulose) starb.
Die Familie STEINOCHER (Ehefrau Therese, geborene Bruckbauer, drei Söhne) wohnte bis 1932 in Bischofshofen, hernach in Itzling (damals Gemeinde Gnigl), seit August 1934 in Salzburg, Bucklreuthstraße 13.
Die Witwe Therese (Resi) starb 1990 in Salzburg. Der jüngste Sohn, Karl Steinocher jun., geboren 1920 in Bischofshofen, war Eisenbahner, Gewerkschafter, SPÖ-Politiker (Gemeinderat, Landtag, Bundesrat), Landesparteiobmann der SPÖ und Landeshauptmann-Stellvertreter.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Bucklreuthstraße 13

Karl Steinocher

Published by Stolpersteine-Salzburg on 18 Aug 2010

Notburga Tiefgraber

Notburga TIEFGRABER, geborene ZILLNER, geboren 1885 in Elsbethen bei Salzburg, Zeugin Jehovas, war mit Johann TIEFGRABER verheiratet und hatte drei Kinder, Johann, Notburga und Maria.

Die Familie wohnte zuerst in Anif, wo auch die Kinder geboren wurden, und seit 1932 in Salzburg-Parsch, Aignerstraße 10 (Marmorwerke Mayr-Melnhof, heute Finanzamt). Am 15. November 1939 wurde das Ehepaar wegen ihres Glaubens und der Verweigerung jeglichen Kriegsdienstes verhaftet. Die Ehefrau wurde am 15. März 1940 ins KZ Ravensbrück deportiert, dort am 22. März 1944 ermordet. Der Ehemann, der bis 20. September 1940 in Sachsenhausen und Dachau inhaftiert war, wurde freigelassen und konnte zu seinen Kindern nach Salzburg zurückkehren.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Aignerstraße 10 (Mayr-Melnhof, heute Finanzamt)

tiefgrabner

Published by Stolpersteine-Salzburg on 10 Aug 2010

August Gruber

August GRUBER, geboren 1894 in Aurolzmünster, katholisch, verheiratet, war Fahrdienstleiter der Salzburger Eisenbahn- und Tramway-Gesellschaft (SEuTG, heute Lokalbahn), Mitglied der SPÖ, des Republikanischen Schutzbundes, der Freien Gewerkschaft (Vertrauensmann der Eisenbahner) und, nach dem Verbot der Sozialdemokratie im Februar 1934, Mitglied der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ).
Unter dem NS-Regime waren die Eisenbahner mit ihren kleinen Zellen entlang den verzweigten Bahnlinien am stärksten im organisierten Widerstand (RSÖ und KPÖ) vertreten. Schlüsselfigur der RSÖ war der in der Reichsbahnwerkstätte beschäftigte Metalldreher Engelbert WEISS (am 7. April 1944 in Berlin-Plötzensee enthauptet). August GRUBER hatte im Bereich der SEuTG (Lokalbahn) eine RSÖ-Gruppe aufgezogen, Mitglieder geworben und Geld für die in Not geratenen Genossen gesammelt. Am 5. Februar 1942 wurden 76 Eisenbahner, unter ihnen August GRUBER, verhaftet, nachdem es der Gestapo gelungen war, einen Spitzel in die Netzwerke der Eisenbahner einzuschleusen und diese aufzurollen.
August GRUBER wurde am 8. Jänner 1943 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt und am 23. März 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet, wie es im amtlichen Protokoll lautet:

»Um 18.36 Uhr wurde der Verurteilte, die Hände auf dem Rücken gefesselt, durch zwei Gefängnisbeamte vorgeführt. Der Scharfrichter Röttger aus Berlin stand mit seinen drei Gehilfen bereit. Der Verurteilte, der ruhig und gefasst war, ließ sich ohne Widerstreben auf das Fallbeilgerät legen, worauf der Scharfrichter die Enthauptung mit dem Fallbeil ausführte und sodann meldete, dass das Urteil vollstreckt sei. Die Vollstreckung dauerte von der Vorführung bis zur Vollzugsmeldung 18 Sekunden.«
(Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 – 1945, Band 1, S. 278)


Die Familie GRUBER (Ehefrau Maria, geborene Neuhauser, und Tochter Grete) wohnte seit 1922 in Salzburg, Sigmundsplatz 2/IV. Die Witwe, die bis 1971 diese Adresse hatte, zuletzt Altersheim Nonntal, starb 1977. Tochter Grete, geboren 1922, und deren Sohn Gerhard, geboren 1945, sind 1966 weggezogen.

(Recherche: Gert Kerschbaumer)

Standort: Herbert von Karajan-Platz 2 (vormals Sigmundsplatz)

Sigmundsplatz 2

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