Karl STEINOCHER, geboren 1894 in Krumau, Böhmen (Österreich-Ungarn, hernach Tschechoslowakei), altkatholisch, verheiratet, war Eisenbahner im Fahrdienst, Schaffner und Zugführer, Mitglied der SPÖ, des Republikanischen Schutzbundes, der Freien Gewerkschaft (Vertrauensmann der Eisenbahner) und, nach dem Verbot der Sozialdemokratie im Februar 1934, Mitglied der illegalen Revolutionären Sozialisten Österreichs (RSÖ).
Er wurde im April 1941 von der illegalen KPÖ-Gruppe Reichsbahn als Mitglied geworben, am 26. Februar 1942 verhaftet, nachdem die Netzwerke des organisierten Widerstands (KPÖ und RSÖ) von der Gestapo zerschlagen worden waren. Am 27. November 1942 wurden neun Eisenbahner, unter ihnen Karl STEINOCHER, wegen Vorbereitung zum Hochverrat vom Oberlandesgericht Wien zu jeweils mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. STEINOCHER, der sieben Jahre Zuchthaus erhielt, wurde am 15. August 1942, noch vor der Verurteilung, vom Zuchthaus Salzburg ins Zuchthaus Landsberg am Lech überstellt, hernach in den Zuchthäusern Straubing und Amberg inhaftiert, zuletzt in der Festung Hohenasperg bei Ludwigsburg, wo er, nach der Befreiung, am 16. Mai 1945 an den Haftfolgen (Lungentuberkulose) starb.
Die Familie STEINOCHER (Ehefrau Therese, geborene Bruckbauer, drei Söhne) wohnte bis 1932 in Bischofshofen, hernach in Itzling (damals Gemeinde Gnigl), seit August 1934 in Salzburg, Bucklreuthstraße 13.
Die Witwe Therese (Resi) starb 1990 in Salzburg. Der jüngste Sohn, Karl Steinocher jun., geboren 1920 in Bischofshofen, war Eisenbahner, Gewerkschafter, SPÖ-Politiker (Gemeinderat, Landtag, Bundesrat), Landesparteiobmann der SPÖ und Landeshauptmann-Stellvertreter.
(Recherche: Gert Kerschbaumer)
Standort: Bucklreuthstraße 13
Karl Steinocher