Maria Aigner

HIER WOHNTE
MARIA AIGNER
JG. 1915
DEPORTIERT 21.4.1941
SCHLOSS HARTHEIM
ERMORDET 1941
Foto: Gert Kerschbaumer
Foto: Gert Kerschbaumer

Schallmooser Hauptstraße 17

Aigner, Maria

Maria AIGNER, geboren am 10. März 1915 in Salzburg, war katholisch, ledig und Tochter eines Malermeisters aus erster Ehe. Ihre Mutter ist früh verstorben. Maria konnte krankheitsbedingt keinen Beruf erlernen. Sie war Pflegling im Konradinum Eugendorf, einem Heim des Landes Salzburg, das vom Orden der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul geführt wurde.

Im November 1938, somit unter dem NS-Regime, wurde Maria AIGNER in die ebenfalls vom Orden der Barmherzigen Schwestern geführte Pflegeanstalt Schloss Schernberg in Schwarzach im Pongau verlegt. Bekannt ist mittlerweile, dass Anna Bertha Königsegg in ihrer Funktion als Visitatorin der Salzburger Ordensprovinz der Barmherzigen Schwestern mit viel Courage gegen die nationalsozialistische »Euthanasie« protestierte. Mit ihrer Verhaftung durch die Gestapo am 16. April 1941 verloren die Pflegebedürftigen ihren Schutz. Dank der Mitarbeiterinnen der Ordensfrau konnten dennoch 17 kranke Menschen gerettet werden.

Die 26-jährige Maria AIGNER befand sich unter den 115 Pfleglingen, die am 21. April 1941 von Schernberg nach Hartheim deportiert und dort ermordet wurden. Ihr Tod ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T4«1 in der Polizeimeldekartei der Stadt Salzburg nicht vermerkt. Marias Vater starb 1944 in Salzburg.

1 »T4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Glockengasse 8 60m 60m, 201°  Kendlhofer, Johann
Bayerhamerstraße 6 74m 74m, 306°  Klar, Felix
Schallmooser Hauptstraße 12 80m 80m, 236°  Kampfer, Johann
Bayerhamerstraße 5 87m 87m, 300°  Kritzinger, Michael
Schallmooser Hauptstraße 30 130m 130m, 59°  Götzenberger, Josef

Stolperstein

verlegt am 29.09.2017 in Salzburg, Schallmooser Hauptstraße 17.

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