Johann Brandthaler

HIER WOHNTE
JOHANN
BRANDTHALER
JG. 1895
SPANIENKÄMPFER
DEPORTIERT 9.12.1940
DACHAU
1942 NEUENGAMME
ERMORDET 27.1.1943
Flagge der Internationalen Brigaden
Flagge der Internationalen Brigaden

Schlossergasse 1

Brandthaler, Johann

Johann BRANDTHALER, geboren am 4. Juni 1895 in Handenberg, Bezirk Braunau, arbeitete seit 1927 als Hausbursche oder Diener in Salzburg, Gnigl und Maxglan, wo er zuletzt als Untermieter im Haus Schlossergasse 1 wohnte. Nach dem Verbot der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) im Jahr 1933 wurde BRANDTHALER als leitender kommunistischer Funktionär mehrmals wegen illegaler politischer Betätigung verhaftet und vom Landesgericht Salzburg wegen »Verbrechens des Hochverrats« und »Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung« verurteilt. Im Mai 1937 erhielt er außerdem Aufenthaltsverbot für Salzburg. Es zeigt sich, dass die Verfolgung von Kommunisten und Sozialisten durch die österreichische Diktatur von 1933 bis 1938 ausschlaggebend war für ihre Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Internationalen Brigaden, der Bataillone 12. Februar, Thälmann, Edgar André und Hans Beimler.

Bekannt ist, dass Johann BRANDTHALER im Sommer 1937 nach Spanien fuhr, um an den Kämpfen teilzunehmen, und nach dem Sieg des Franco-Faschismus über die spanische Republik nach Österreich zurückkehrte, unter dem NS-Regime verhaftet und am 9. Dezember 1940 in das KZ Dachau deportiert wurde. Der als »Rotspanier« registrierte Johann BRANDTHALER wurde 47-jährig am 2. November 1942 in das KZ Neuengamme transferiert und am 27. Jänner 1943 ermordet – offizielle Todesursache: »Versagen von Herz und Kreislauf bei Magen- und Darmkatarrh« (Sonderstandesamt Neuengamme).

Die Spanienkämpfer Johann BRANDTHALER, Josef Bürzer, Richard HOLLEIS, Hubert RANZENBERGER und Anton REITER aus Salzburg kamen nachweislich als »Rotspanier« in Konzentrationslagern zu Tode. Nicht ganz geklärt werden kann das Schicksal des am 23. Februar 1915 in Hallein geborenen Hermann Moltinger, der Anfang der 1930er Jahre in Salzburg eine Bäckerlehre machte und zuletzt als Untermieter in Maxglan, Wehrgasse 3 wohnte. Ihm gelang erst sein zweiter Versuch im Jahr 1938, nach Spanien zu reisen, um an den Kämpfen teilzunehmen. Er ging hernach in die französische Fremdenlegion, gehörte zu dem im Kriegsjahr 1940 in Norwegen gegen die deutsche Wehrmacht eingesetzten alliierten Militärcorps, wurde als Fremdenlegionär in Narvik gefangengenommen, hierauf in das KZ Mauthausen eingeliefert und von dort nach Dachau transferiert, wo aber weder sein Zugang noch sein Tod registriert ist. Der überlebende Spanienkämpfer Fritz Pillwein berichtete allerdings, dass Hermann Moltingers Leben in Dachau endete (Hans Landauer: Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer 1936 – 1939, Wien 2008, S. 165).

Quelle

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Mühlbachgasse 3 123m 123m, 334°  Russegger, Johann
Ganshofstraße 3 231m 231m, 76°  Jakob, Wilhelm
Gärtnerstraße 33 239m 239m, 89°  Bruckmoser, Johann
Villagasse 7 241m 241m, 345°  Casagranda, Franziska
Maxglaner Hauptstraße 73 274m 274m, 258°  Stöckler, Viktor

Stolperstein

verlegt am 19.04.2013 in Salzburg, Schlossergasse 1 .

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