Elsbeth Bulla

HIER WOHNTE
ELSBETH BULLA
GEB. KRAEMER
JG. 1877
DEPORTIERT 20.8.1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 5.11.1944
Meldeschein von Elsbeth Bulla
Meldeschein von Elsbeth Bulla

Markus-Sittikus-Straße 15

Bulla, Elsbeth Klein, Johanna

Elsbeth (Elsa) BULLA, geborene Krämer, am 20. November 1877 in Berlin geboren, war eine Tochter des jüdischen Ehepaares Franziska (Fanny), geborene Mendl, und Gustav Gabriel Krämer, Kaufmann in Berlin-Wilmersdorf. Ihre Tochter Elsbeth konvertierte zum evangelischen Glauben und heiratete 1911 den Offizier Maximilian Bulla, der als k. u. k. Hauptmann im Ersten Weltkrieg ums Leben kam.1

Ihr Sohn Maximilian, am 7. April 1915 in Salzburg geboren, besuchte das Gymnasium und studierte Musik. Er konnte im April 1939 in die Schweiz flüchten, von dort über Le Havre in die USA reisen (Ankunft am 24. Mai 1939 in New York). Seine Mutter Elsbeth BULLA, die 28 Jahre in Salzburg gewohnt hatte, wurde im Februar 1940 nach Wien abgeschoben und am 20. August 1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 5. November 1944 ermordet.

Anzunehmen ist, dass Elsbeth BULLA im KZ Theresienstadt ihrem älteren Bruder Dr. Georg Krämer, vormals 1. Staatsanwalt in Koblenz, begegnete, der am 1. November 1942 in Theresienstadt ermordet wurde. Sein in die USA geflüchteter Sohn Fritz Krämer machte Karriere im US-Verteidigungsministerium (Senior Civilian Advisor beim Chief of Staff der US-Army, ein Förderer von Henry Kissinger). Der am 8. September 2003 in Washington D. C. verstorbene Fritz G. A. Kraemer war somit ein Neffe der Elsbeth BULLA.

Die Salzburger Wohnung der delogierten Frau BULLA benutzte der aus München stammende Gestapo-Chef Dr. Kurt Christmann. Ab 1942 führte er als SS-Obersturmbannführer das Einsatzkommando 10a in Krasnodar, Sowjetunion. Im befreiten Deutschland konnte sich Dr. Christmann über Rom nach Argentinien absetzen. Er kehrte aber nach Deutschland zurück, wurde 1980 in München wegen Kriegsverbrechen in Krasnodar zu 10 Jahren Haft verurteilt und starb 1987.

1 Maximilian Bulla, geboren 24. Februar 1879 in Pilsen, k. u. k. Hauptmann im Infanterie-Regiment Nr. 75 (in Salzburg stationiert), war vermutlich ebenfalls konvertierter Jude, da sein Sohn Maximilian, evangelisch getauft, nach den Nürnberger Rassengesetzen als Jude galt.

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

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Max-Ott-Platz 87m 87m, 239°  Böttinger, Karl
Holzer, Matthias
Rehrl, Andreas
Ernest-Thun-Straße 13 97m 97m, 270°  Brandstätter, Maria
Faberstraße 27 105m 105m, 58°  Fleischer, Katharina

Stolperstein

verlegt am 07.07.2011 in Salzburg, Markus-Sittikus-Straße 15.

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