Friedrich Buxbaum

HIER WIRKTE
FRIEDRICH BUXBAUM
JG. 1869
CELLIST
FLUCHT 1938
ENGLAND
Friedrich Buxbaum<br>Foto: www.geni.com
Friedrich Buxbaum
Foto: www.geni.com

Max-Reinhardt-Platz

Anday, Rosette Bokor, Margit Buxbaum, Friedrich Fischer, Paul Graf, Herbert Horner, Harry Kipnis, Alexander Kleiber, Erich Lehmann, Lotte Leinsdorf, Erich Moissi, Alexander Paalen, Bella Pauly, Rose Reinhardt, Max Rosé, Alma Rosé, Arnold Schaffgotsch, Hedwig Schöne, Lotte Schumann, Elisabeth Stössel, Ludwig Stwertka, Julius Thimig, Helene Toscanini, Arturo Walla, Marianne Wallerstein, Lothar Wallmann, Margarete Walter, Bruno Wittgenstein, Paul

Friedrich (Siegfried) BUXBAUM, geboren am 23. September 1869 in der Haupt- und Residenzstadt Wien, war ein Kind des jüdischen Ehepaares Rosa, geborene Wilhartitz, und Max Buxbaum, Kaufmann aus Böhmen.

Friedrichs Mutter starb 1917, sein Vater 1919, beide bestattet in der israelitischen Abteilung Tor 1 des Wiener Zentralfriedhofs.

Friedrich BUXBAUM und die Jüdin Katharina Schostal heirateten am 30. Juni 1901 im Wiener Stadttempel. Am 17. August 1902 wurde ihr Sohn Erich in Wien geboren, registriert in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. 1903 konvertierte die Familie BUXBAUM zum katholischen Glauben (Taufe am 24. Februar 1903 in St. Stephan).

Gut dokumentiert ist auch die musikalische Laufbahn von Friedrich BUXBAUM: erster Cellist an der Wiener Hofoper und der Wiener Philharmoniker, Professor am Wiener Konservatorium und an der Musikakademie, außerdem Mitglied des Fitzner- und Rosé-Quartetts.

BUXBAUM hatte mit dem Rosé-Quartett zwei Auftritte (Violoncello-Part) bei den Salzburger Festspielen, den letzten am 30. August 1936 mit der Geigerin Alma ROSÈ.

Im März 1938 – ehe in Österreich die »Nürnberger Rassengesetze« in Kraft traten – wurde Friedrich BUXBAUM 68-jährig aus dem Orchester der Wiener Staatsoper und Philharmoniker vertrieben.

Im Herbst 1938 gelang der Familie BUXBAUM die Flucht nach London. Sie geriet in eine triste finanzielle Lage, aus der sie Alma Rosé rettete. Ihr Plan, das Rosé-Quartett mit ihrem Vater Arnold und mit Friedrich BUXBAUM im Londoner Exil wiederzubeleben, ließ sich noch 1939 realisieren.

In den Kriegsjahren hatte das Rosé-Quartett – ohne Alma Rosé – regelmäßig Auftritte in der National Gallery und Wigmore Hall, des Weiteren bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Wiener Philharmoniker und zum 80. Geburtstag von Arnold Rosé im Exil.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Befreiung Österreichs gastierten die Wiener Philharmoniker erstmals im September 1947 in London.

Bei dieser Gelegenheit begrüßte der vertriebene Philharmoniker Friedrich BUXBAUM seine Kollegen aus Wien mit ironischen Worten:

Liebe Freunde, ich bin so glücklich, dass ich wieder bei euch sein darf. Ich hab‘ euch stimmen hören. Es klang wunderbar rein. Ganz judenrein.

Friedrich BUXBAUM starb 79-jährig am 2. Oktober 1948 in London.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

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Stolperstein

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