Johann Friembichler

Gedenktafel am Salzburger Landesgericht<br>Foto: Gert Kerschbaumer
Gedenktafel am Salzburger Landesgericht
Foto: Gert Kerschbaumer

Rudolfsplatz 2

Baumgartner, Franz Friembichler, Johann Gehringer, Rudolf Groiss, Wilhelm Kössner, Georg Kowatsch, Ferdinand Maier, Jakob Niesewendt, Felix Pickl, Ernst Pironi, Pietro Rieder, Thomas Sbigoli, Giuliano Schmidberger, Hilde Sevignani, Johann Seywald, Franz Sottili, Remo Steininger, Anton Tragbauer, Ambros Waltl, Franz Wolf, Felix

Johann FRIEMBICHLER, am 23. Juni 1916 in Henndorf am Wallersee geboren und katholisch getauft, war das einzige Kind des Ehepaares Anna, geborene Mayr, und Andreas Friembichler, Bauer am Hopfgartengut.

Im Geburtenbuch des Pfarramtes Henndorf ist außerdem der Tod des Johann FRIEMBICHLER vermerkt: am 10. Dezember 1942 in Glanegg bei Salzburg »kriegsgerichtlich erschossen«.

Johann FRIEMBICHLER zählt allerdings zu den Opfern der Kriegsjustiz, die weder in der 1991 publizierten Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945 noch in der Opferdatenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes aufscheinen.

Ein bislang unbeachtetes Dokument der deutschen Wehrmacht gibt jedoch Aufschluss über den gewaltsamen Tod des jungen Mannes im Kriegsjahr 1942: Johann FRIEMBICHLER war Soldat einer im besetzen Slowenien stationierten Panzerjäger-Einheit, die dem Wehrkreis XVIII mit seinem Hauptquartier in der Stadt Salzburg unterstellt war.

Daraus erklärt sich, dass ein Kriegsgericht in Salzburg die Todesstrafe gegen den 26-jährigen Johann FRIEMBICHLER wegen »Fahnenflucht« verhängte. Er wurde am 10. Dezember 1942 auf dem Militärschießplatz in Glanegg erschossen und auf dem Kommunalfriedhof in Salzburg anonym beerdigt.

Der Blutrichter, der »im Namen des Deutschen Volkes« das Todesurteil fällte, bleibt namenlos, weil die Kriegsgerichte einen Großteil ihrer Akten in Salzburg vernichten konnten.

Schließlich ist daran zu erinnern, dass Johann FRIEMBICHLER – sein Name ist auf keinem Kriegerdenkmal zu lesen – eine Mutter hatte, die den Krieg überstand und ihren Sohn vermisste.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Rudolfsplatz 3 0m 0m, 0°  Gomez-Rodriguez, Rafael
Griesgasse 1 25m 25m, 296°  Rehrl, Johann
Griesgasse 7 68m 68m, 279°  Heger, Berta
Staatsbrücke 89m 89m, 0°  Coilliaux, René Lucien
Alter Markt 12 93m 93m, 161°  Schwarz, Walter

Stolperstein

verlegt in Salzburg, Rudolfsplatz 2.

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