Josef Geer

HIER WOHNTE
JOSEF GEER
JG. 1887
DEPORTIERT 21.4.1941
„SCHLOSS HARTHEIM“
ERMORDET 1941
Foto: Gert Kerschbaumer
Foto: Gert Kerschbaumer

Getreidegasse 33

Geer, Josef Haslauer, Johann Haslauer, Maria

Josef GEER, geboren am 12. März 1887 in Maxglan (seit 1935 ein Stadtteil von Salzburg), war evangelisch, ein Sohn des Ehepaares Maria und Peter Geer, beide Dienstboten und früh verstorben. Sein älterer Bruder Peter emigrierte schon im Jahr 1903 in die USA, heiratete dort, bekam zwei Töchter und wurde im Jahr 1917 Bürger der Vereinigten Staaten von Nordamerika.

Josef blieb ledig, war Hilfsarbeiter, wechselte oft den Arbeitsplatz in Salzburg und wohnte zuletzt als Untermieter beim Viktualienhändler August Hübl im Haus Getreidegasse 33. Josef GEER wurde erstmals im Juni 1928 in der Salzburger Landesheilanstalt aufgenommen und war seit April 1934 Pflegling im Schloss Schernberg. Die von den Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul geführte Pflegeanstalt in Schwarzach im Pongau war bekanntlich ebenso wie die Salzburger Landesheilanstalt von der »Euthanasie«-Aktion des NS-Regimes betroffen – trotz der »couragiertesten Protestaktion der Kirche in Salzburg« (Ernst Hanisch). Nicht die Kirche hatte die Courage, sondern eine Frau: die katholische Ordensfrau Anna Bertha Königsegg in ihrer Funktion als Visitatorin der Salzburger Ordensprovinz der Barmherzigen Schwestern. Mit ihrer Verhaftung durch die Gestapo am 16. April 1941 verloren die Pflegebedürftigen ihren Schutz. Dank der Mitarbeiterinnen der Ordensfrau konnten dennoch 17 kranke Menschen gerettet werden.

Der 54-jährige Josef GEER befand sich unter den 115 Pfleglingen, die am 21. April 1941 von Schernberg nach Hartheim deportiert und dort ermordet wurden. Sein Tod ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T4«1 in der Polizeimeldekartei der Stadt Salzburg nicht vermerkt.

Die Anna Bertha Königsegg-Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder in der Stadt Salzburg ist Patin des Stolpersteins für Josef GEER.

1 »T4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Getreidegasse 35 18m 18m, 306°  Penk, Anna
Universitätsplatz 3 18m 18m, 53°  Nachtnepel, Franz
Herbert-von-Karajan-Platz 2 68m 68m, 260°  Gruber, August
Getreidegasse 47 78m 78m, 286°  Goldfuss, Oskar
Getreidegasse 24 78m 78m, 73°  Schneider, Josefine

Stolperstein

verlegt am 02.07.2014 in Salzburg, Getreidegasse 33.

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