Rafael Gomez-Rodriguez

RAFAEL GOMEZ-RODRIGUEZ
JG. 1918
SPANIEN
DEPORTIERT 11.9.1941
MAUTHAUSEN
GUSEN
ERMORDET 1.2.1942

Rudolfsplatz 3

Bonciani, Goffredo Faist, Julius Gomez-Rodriguez, Rafael Mikulandra, Bozo Pfriemer, Katharina Poggesi, Vasco Schallmoser, Margarethe Schmidberger, Berta Subota, Wladimir Weissberger, Otto

Rafael GOMEZ-RODRIGUEZ, geboren am 24. September 1918 in Guadix, Provinz Granada, war einer von rund 7.000 republikanischen Spaniern, die im Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 für Spaniens Demokratie und Freiheit kämpften und nach dem Sieg des Franco-Faschismus nach Frankreich flüchteten, dort interniert und unter dem NS-Regime in das Konzentrationslager Mauthausen verschleppt wurden.

Anhand der Häftlingskarten des »SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes« lässt sich dokumentieren, dass 40 republikanische Spanier im Polizeigefängnis am Rudolfsplatz, der unter dem NS-Regime Georg-von-Schönerer-Platz hieß, inhaftiert waren, ehe sie von der Gestapo Salzburg nach Mauthausen deportiert und dort am 11. September 1941 als »Rotspanier« registriert wurden, darunter Rafael GOMEZ-RODRIGUEZ als Häftling Nr. 4957, 23-jährig am 1. Februar 1942 im Nebenlager Gusen ermordet.

Weitere Recherchen ergaben, dass noch mindestens 21 der 40 von Salzburg nach Mauthausen deportierten Spanier entweder im Stammlager oder in einem Nebenlager, zumeist in Gusen zu Tode kamen:

• Ramon Alvaro-Moreno, geb. 31. August 1911 in Cartagena

• Jose Callon-Peon, geb. 13. Oktober 1913 in Santa Eugenia

• Luis Camacho-Ferre, geb. 27. November 1913 in Villanueva

• Felix Carceller-Moya, geb. 8. November 1908 in Teruel

• Jose Fajardo-Garcia, geb. 16. Juni 1910 in Melilla

• Manuel Garcia-Crespo, geb. 1. April 1914 in Sitges

• Domingo Garcia-Lopez, geb. 20. März 1906 in Malaga

• Pedro Gimenez-Ostio, geb. 20. Jänner 1914 in Teba

• Ramon Llovera-Pons, geb. 5. Juli 1916 in Torregrosa

• Alberto Mallorqui-Asbert, geb. 17. September 1909 in Valls

• Rafael Martin-Perez, geb. 8. Juni 1903 in Las Palmas

• Angelino Montanes-Bellmunt, geb. 17. August 1918 in Albocacer

• Luis Perez-Fernandez, geb. 9. August 1907 in Fondon

• Juan Sanchez-Martinez, geb. 22. Dezember 1919 in Terque

• Marcelo Sanz-Sanz, geb. 9. April 1910 in Manzanares

• Miguel Satana-Martin, geb. 19. März 1903 in Las Palmas

• Juan Sentis-Valenti, geb. 28. Oktober 1907 in Brafin

• Antonio Simon-Carmona, geb. 25. Juli 1908 in Nijar

• Francisco Trallero-Escobedo, geb. 24. Oktober 1902 in Calenda

• Antonio Trigo-Ortega, geb. 14. Jänner 1917 in Ardales

• Francisco Valencia-Concos, geb. 10. Mai 1916 in La Loma

Die nun namentlich bekannten 22 Spanier zählen zu den Gestapo-Opfern, die weder im Polizeimelderegister der Stadt Salzburg noch in der 1991 publizierten Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945 aufscheinen.

Bekannt sind mittlerweile auch die Spanienkämpfer aus Salzburg, die entweder bei Kämpfen in Spanien fielen oder in Konzentrationslagern ermordet wurden: Walter HINTSCHICH und Franz SCHMIDHAMMER, Johann BRANDTHALER, Richard HOLLEIS, Hubert RANZENBERGER und Anton REITER.

Darüber hinaus sind folgende Spanienkämpfer aus Stadt und Land Salzburg entweder in Spanien oder in Konzentrationslagern zu Tode gekommen: Josef Bürzer, Georg Freisinger, Konrad Hess, Hermann Moltinger, Franz Morawetz, Franz Nowak, Johann Öttl, Franz Pföss, Franz Riedler, Josef Stöckl und Friedrich Weilhartner. Johann Ziegleder ist in Hallein an Haftfolgen gestorben.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Rudolfsplatz 2 0m 0m, 0°  Kowatsch, Ferdinand
Pironi, Pietro
Sbigoli, Giuliano
Sottili, Remo
Seywald, Franz
Schmidberger, Hilde
Alter Markt 12 93m 93m, 161°  Schwarz, Walter
Brodgasse 1 94m 94m, 134°  Gruber, Rudolf
Getreidegasse 11 102m 102m, 251°  Kemptner, Otto
Getreidegasse 13 113m 113m, 246°  Rausch, Maria

Stolperstein

verlegt am 28.09.2017 in Salzburg, Rudolfsplatz 3.

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