Johanna Klein

HIER WOHNTE
JOHANNA KLEIN
JG. 1859
FLUCHT 1938 HOLLAND
INTERNIERT WESTERBORK
DEPORTIERT 1942
AUSCHWITZ
ERMORDET 12.2.1943
Grabstein Moritz Klein
Grabstein Moritz Klein
Meldeschein von Johanna Klein
Meldeschein von Johanna Klein

Markus-Sittikus-Straße 15

Bulla, Elsbeth Klein, Johanna

Johanna (Jeanette) KLEIN, geborene Drucker1, geboren am 8. Oktober 1859 in Klattau (Klatovy, Böhmen), Jüdin, Ehefrau des Kaufmannes Moritz KLEIN2, hatte drei Kinder, Hugo, Karl und Elsa, die in Böhmisch Brod (Cesky Brod) geboren wurden.

Die Familie lebte seit 1892 in der Stadt Salzburg und war hier nach altösterreichischem Recht heimatberechtigt.3 Der Familienvater Moritz KLEIN, Sägewerks- und Mühlenbesitzer4, starb 1923 in Salzburg. Die Witwe und ihre beiden Söhne Hugo und Karl wohnten weiterhin im Haus Markus Sittikus-Straße 15. Ihre Tochter Elsa, die in Salzburg den Kaufmann Abraham MORPURGO geheiratet hatte, wohnte mit ihrer Familie im Haus Schlachthofgasse 19 (Rainerstraße 15).

Im Juni 1938 flüchtete die 78-jährige Johanna KLEIN mit der Familie MORPURGO nach Amsterdam. Unter der deutschen Besetzung Hollands wurde die Familie KLEIN-MORPURGO verhaftet, vermutlich im Transitlager Westerbork interniert und getrennt nach Auschwitz deportiert (die Internierungs- und Deportationsdaten sind unbekannt, in Auschwitz wurden jedoch die Todesdaten registriert).

Die 83-jährige Johanna KLEIN wurde am 12. Februar 1943 in Auschwitz ermordet. Ihr Schwiegersohn Abraham MORPURGO, ihre Enkelin Edith, geboren 1912 in Salzburg, und ihre Urenkelin Eveline, geboren 1940 in Amsterdam, wurden ebenfalls in Auschwitz ermordet. Johanna KLEINs Tochter Elsa MORPURGO wurde nicht wie befürchtet nach Auschwitz deportiert, sie starb, wie Recherchen in Holland ergaben, noch vor ihrer Deportation am 28. Oktober 1942 in Amsterdam. Johanna KLEINs Söhne Hugo und Karl, die im November 1938 in Dachau interniert waren, konnten im März 1939 über Genua nach Shanghai flüchten. Karl KLEIN starb am 13. Juni 1947 in Shanghai (Todesursache unbekannt). Sein Bruder Hugo KLEIN, der von Shanghai nach Palästina emigrierte, starb am 30. April 1956 in einem Lungenhospital in Malben, Israel.

In Salzburg verblieb ein Grabstein, auf dem ein Name steht: Moritz KLEIN.

1 Eltern Josef Drucker und Elisabeth, geborene Freid (Grab auf dem Friedhof Straschnitz in Prag), fünf Geschwister (Daten und Schicksale unbekannt)

2 Ehemann Moritz Klein, geboren 7. 3. 1851 in Brzeznitz, Böhmen, gest. 17. 4. 1923 in Salzburg (Grab auf dem jüdischen Friedhof in Aigen); sein Bruder Julius Klein, geboren 6. 4. 1860 in Brzeznitz, lebte von 1902 bis 1937 in Salzburg (Schicksal unbekannt)

3 Heimatschein der Familie Klein im Stadtarchiv Salzburg

4 Furthmühle in Bergheim von 1916 bis 1931 im Eigentum der Familie Klein (Grundbuch Bergheim)

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Max-Ott-Platz 4  46m 46m, 198°  van Alderwerelt, Franziska
Markus-Sittikus-Straße 23 75m 75m, 63°  Steinberger, Philomena
Max-Ott-Platz 87m 87m, 239°  Böttinger, Karl
Holzer, Matthias
Rehrl, Andreas
Ernest-Thun-Straße 13 97m 97m, 270°  Brandstätter, Maria
Faberstraße 27 105m 105m, 58°  Fleischer, Katharina

Stolperstein

verlegt am 07.07.2011 in Salzburg, Markus-Sittikus-Straße 15.

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