Elisabeth Leitner

HIER WOHNTE
ELISABETH LEITNER
JG. 1885
DEPORTIERT 18.4.1941
SCHLOSS HARTHEIM
ERMORDET 1941
Foto: Gert Kerschbaumer
Foto: Gert Kerschbaumer

Mönchsberg 27

Leitner, Elisabeth

Elisabeth LEITNER, am 16. November 1885 in Salzburg geboren und katholisch getauft, war das dritte von sechs Kindern des Ehepaares Kreszentia und Karl Leitner. Die prominente Bürgerfamilie war nach österreichischem Recht in der Stadt Salzburg heimatberechtigt. Elisabeths Vater war Bankier und Unternehmer, der im Jahr 1887 Schloss Mönchstein erwarb und die nach ihm benannte Villa Leitner erbauen ließ. Darüber hinaus ließ er die Straße von Mülln auf den Mönchsberg, den elektrischen Aufzug, das Restaurant und den Aussichtsturm errichten. Karl Leitner, dessen Bankhaus Bankrott ging, starb 1911. Sein Besitz auf dem Mönchsberg musste von seinen Erben verkauft werden. Seine Witwe wohnte seit 1928 bei ihren Kindern Rosa und Leopold im Salzburger Stadtteil Lehen.

Im Juli 1917 wurde ihre unverheiratete und kranke Tochter Elisabeth LEITNER erstmals in der Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen. Sie zählte zu den 29 Pfleglingen, die am 18. April 1941 nach Hartheim deportiert und ermordet wurden. Der Tod der 55-jährigen Frau ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T4«1 in der Polizeimeldekartei der Stadt Salzburg nicht vermerkt. Ihre Mutter und zwei ihrer fünf Geschwister lebten noch in Salzburg. Ihr Mutter Kreszentia Leitner starb 87-jährig im März 1947.

1 »T4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Müllner Hauptstraße 2 169m 169m, 10°  Volkmann, Auguste
Müllner Hauptstraße 13 246m 246m, 353°  Gassner, Pauline
Bärengässchen 6 323m 323m, 356°  Petermann, Ida
Turek, Regina
Pangerl, Anna
Müllner Hauptstraße 8 324m 324m, 343°  Graupner, Hermine
Schwarzstraße 33 340m 340m, 41°  Schmidt, Beatrix

Stolperstein

verlegt am 06.07.2011 in Salzburg, Mönchsberg 27.

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