Jakob Maier

Gedenktafel am Salzburger Landesgericht<br>Foto: Gert Kerschbaumer
Gedenktafel am Salzburger Landesgericht
Foto: Gert Kerschbaumer

Rudolfsplatz 2

Baumgartner, Franz Friembichler, Johann Gehringer, Rudolf Groiss, Wilhelm Kössner, Georg Kowatsch, Ferdinand Maier, Jakob Niesewendt, Felix Pickl, Ernst Pironi, Pietro Rieder, Thomas Sbigoli, Giuliano Schmidberger, Hilde Sevignani, Johann Seywald, Franz Sottili, Remo Steininger, Anton Tragbauer, Ambros Waltl, Franz Wolf, Felix

Jakob MAIER, geboren am 14. August 1911 in Au im Bregenzerwald, Land Vorarlberg, war ein Kind des Ehepaares Maria, geborene Kuen, und Josef Maier, der Hilfsarbeiter und Taglöhner war.

Im Geburtenbuch des katholischen Pfarramtes Au ist auch der Tod des Jakob MAIER im Kriegsjahr 1942 eingetragen:

+ 7. 7. 1942 in Glanegg bei Salzburg. Kriegssterbefall.

In Glanegg bei Salzburg (Gemeinde Grödig) befindet sich ein Militärschießplatz, wo während des Zweiten Weltkrieges Deserteure der deutschen Wehrmacht erschossen wurden.

Befremdlich ist daher, dass Jakob MAIER weder in der Opferdatenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) noch in den publizierten Dokumentationen über Widerstand und Verfolgung in Vorarlberg und Salzburg aufscheint.

Ein bislang unbeachtetes Dokument der deutschen Wehrmacht in Salzburg gibt jedoch Aufschluss über den gewaltsamen Tod des Vorarlbergers im Kriegsjahr 1942: Jakob MAIER war Soldat im Gebirgspionier-Ersatzbataillon 82, stationiert in Salzburg, als er offensichtlich »Fahnenflucht« beging.

Dokumentiert ist jedenfalls, dass die von einem Kriegsgericht der Division 188 in Salzburg verhängte Todesstrafe gegen den 30-jährigen Jakob MAIER am 7. Juli 1942 auf dem Militärschießplatz in Glanegg bei Salzburg exekutiert wurde.

Recherchen belegen außerdem, dass sein Leichnam auf dem Kommunalfriedhof der Stadt Salzburg anonym beerdigt wurde.

Der Blutrichter, der »im Namen des Deutschen Volkes« das Todesurteil fällte, bleibt namenlos, weil die Kriegsgerichte einen Großteil ihrer Akten in Salzburg vernichten konnten.

Mangels Kriegsgerichts- und Opferfürsorgeakten liegen auch die persönlichen Verhältnisse der Terroropfer im Dunkeln.

Wir wissen immerhin, dass Jakob MAIER in Bludenz verheiratet war und dass seine Witwe als Hinterbliebene eines Deserteurs der deutschen Wehrmacht im befreiten Österreich keinen Anspruch auf Opferfürsorge hatte.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Rudolfsplatz 3 0m 0m, 0°  Gomez-Rodriguez, Rafael
Griesgasse 1 25m 25m, 296°  Rehrl, Johann
Griesgasse 7 68m 68m, 279°  Heger, Berta
Staatsbrücke 89m 89m, 0°  Coilliaux, René Lucien
Alter Markt 12 93m 93m, 161°  Schwarz, Walter

Stolperstein

verlegt in Salzburg, Rudolfsplatz 2.

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