Emma Neumayr

HIER WOHNTE
EMMA NEUMAYR
JG. 1878
DEPORTIERT 16.4.1941
SCHLOSS HARTHEIM
Foto: Gert Kerschbaumer
Foto: Gert Kerschbaumer

Ignaz-Harrer-Straße 34

Neumayr, Emma

Emma NEUMAYR, geboren am 23. Oktober 1878 in Salzburg, war katholisch, ledig und von Beruf Schneiderin. Sie arbeitete und wohnte bis zu ihrer Erkrankung im Haus der Baronin Ergelett, Arenbergstraße 2.

Emma war das zweite von acht Kindern des Ehepaares Theresia und Kaspar NEUMAYR, eine Handwerkerfamilie, die nach österreichischem Recht in Salzburg heimatberechtigt war. Der Familienvater, ein Tischlermeister, der eine Zeit lang am Salzburger Stadttheater tätig war, starb im Jahr 1911. Sein ältester Sohn Hermann, ebenfalls Tischlermeister, hatte seine Werkstätte im Stadtteil Lehen an der Ignaz-Harrer-Straße, wo auch seine Familie, seine verwitwete Mutter und seine kranke Schwester Emma wohnten. Ihre Mutter Theresia starb 83-jährig im Oktober 1938 in Salzburg.

Emma NEUMAYR war seit 1924 Patientin der Landesheilanstalt in Salzburg-Lehen. Sie befand sich unter den 68 Frauen und Männern, die am 16. April 1941 nach Hartheim deportiert und dort ermordet wurden. Der Tod der 62-jährigen Frau ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T-4«1 in der Polizeimeldekartei der Stadt Salzburg nicht vermerkt.

Emma NEUMAYRS Brüder Hermann, Karl und Anton überstanden die Terrorjahre in Salzburg. Ihr jüngerer Bruder Anton NEUMAYR, geboren am 1. Juni 1887 in Salzburg, war Lehrer und sozialdemokratischer Politiker, Bürgermeister von Hallein und Landtagsabgeordneter bis zum Verbot seiner Partei im Februar 1934, nach der Befreiung Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter und von 1946 bis 1951 Bürgermeister der Landeshauptstadt Salzburg, schließlich Ehrenbürger von Hallein und Salzburg. Das von überlebenden Opfern des nationalsozialistischen Terrors eingeforderte Mahnmal in der Stadt Salzburg kam während der Amtszeit des Bürgermeisters Anton NEUMAYR nicht zustande. Nach seinem Tod am 18. Juni 1954 würdigten Hallein und Salzburg seine Verdienste durch Benennung von Plätzen.

1 »T-4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Gaswerkgasse 24 164m 164m, 93°  Flachberger, Therese
Ignaz-Harrer-Straße 16 172m 172m, 86°  Schuch, Karl
Christian-Doppler-Straße 8 236m 236m, 121°  Oberweger, Klara
Ignaz-Harrer-Straße 45 286m 286m, 276°  Dunhofer, Ludwig
Esshaverstraße 7 315m 315m, 263°  Seiwald, Franz

Stolperstein

verlegt am 19.04.2013 in Salzburg, Ignaz-Harrer-Straße 34.

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