Rudolf Ortner

Foto: Gert Kerschbaumer
Foto: Gert Kerschbaumer

Fürstenbrunnstraße 6

Ortner, Rudolf

Rudolf ORTNER, am 28. Jänner 1920 in Salzburg geboren und katholisch getauft, war das erste von zwei Kindern des Ehepaares Helene und Franz Ortner. Die Familie wohnte zuletzt gemeinsam im Stadtteil Riedenburg, Fürstenbrunnstraße 6. Die Ehe der Eltern wurde geschieden. 1936 ist die geschiedene Frau mit ihrem jüngeren Kind aus Salzburg weggezogen.

Ihr Sohn Rudolf war einer jener Kinder und Jugendlichen, die in Salzburger Heimen betreut und unter dem NS-Regime nach Mariatal bei Kramsach im nordöstlichen Teil Tirols – zur Erzdiözese Salzburg gehörend – verlegt wurden. Im Kloster Mariatal befand sich ein Pflegeheim, das vom Salzburger Orden der Barmherzigen Schwestern geführt wurde. Bekannt ist mittlerweile, dass Anna Bertha Königsegg als Visitatorin der Ordensprovinz der Barmherzigen Schwestern mit viel Courage gegen die nationalsozialistische »Euthanasie« protestierte. Mit ihrer Verhaftung durch die Gestapo am 16. April 1941 verloren die Pfleglinge ihren Schutz.

Der 21-jährige Rudolf ORTNER zählte zu den 61 Pfleglingen, die am 23. Mai 1941 von Mariatal nach Hartheim deportiert und dort ermordet wurden.1 Sein Tod ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T4«2 im Polizeimelderegister der Stadt Salzburg nicht vermerkt. Rudolfs Vater starb im Kriegsjahr 1942 in Salzburg.

1 Nach bisherigen Recherchen befanden sich unter den 61 Opfern acht aus Salzburg: Rudolf ORTNER, Wilhelm HÖPFLINGER, Franziska SPECKINGER, Rupert ZANINELLI, Maria Kahlhammer, Therese Raaber, Georg Schweighofer und Katharina Wagner.

2 »T4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

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Hellbrunnerstraße 14 0m 0m, 0°  Feitzinger, Berta
Hahn, Therese
Bahnhofstraße 39 0m 0m, 0°  Honeder, Georg
Ziegelstadelstraße 9 0m 0m, 0°  Hannes, Maria

Stolperstein

verlegt in Salzburg, Fürstenbrunnstraße 6.

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