Adolf Stiller

HIER WOHNTE
ADOLF STILLER
JG. 1888
DEPORTIERT 17.4.1941
SCHLOSS HARTHEIM
ERMORDET 1941
Foto: Gert Kerschbaumer
Foto: Gert Kerschbaumer

Stieglstraße 3

Stiller, Adolf

Adolf STILLER, geboren am 19. November 1888 in Wien und katholisch getauft, war Tischler von Beruf. Er lebte seit 1913 in der damals selbständigen Gemeinde Maxglan und heiratete 1915 die in Maxglan geborene Anna Wörndl. Das Ehepaar hatte zehn Kinder. Die nach österreichischem Recht in der Gemeinde Maxglan (seit 1935 ein Stadtteil von Salzburg) heimatberechtigte Familie wohnte im Haus Stieglstraße 3.

Adolf STILLER wurde am 23. April 1938, demnach unter dem NS-Regime, in der Landesheilanstalt Salzburg aufgenommen und am 19. August 1938 durch Gerichtsbeschluss entmündigt. Der handschriftliche Vermerk »Pol. Liste«1 im Polizeimelderegister lässt darauf schließen, dass er als Gegner des NS-Regimes galt. Er zählte zu den 82 Pfleglingen, die am 17. April 1941 nach Hartheim deportiert und ermordet wurden. Der Tod des 52-jährigen Mannes ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T4«2 im Polizeimelderegister der Stadt Salzburg nicht vermerkt. Seine Ehefrau und zehn Kinder überlebten die Terrorjahre in Salzburg.

1 »Pol. Liste« (Polizei Liste): ein von der Polizei (Gestapo) geführtes Verzeichnis der Regimegegner

2 »T4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Stieglstraße 1 44m 44m, 89°  Riedherr, Josef
Maxglaner Hauptstraße 17 142m 142m, 56°  Smolik, Rudolf
Josef-Schwer-Gasse 5 189m 189m, 45°  Duda, Ignaz
Josef-Schwer-Gasse 8 201m 201m, 33°  Brugger, Anton
Maxglaner Hauptstraße 26 229m 229m, 305°  Maresch, Stefanie

Stolperstein

verlegt am 06.07.2011 in Salzburg, Stieglstraße 3.

DE EN