Franziska Tischler

FRANZISKA TISCHLER
GEB. NEUMAIER
JG. 1923
IM WIDERSTAND
VERHAFTET JULI 1944 
DEPORTIERT 27.8.1944
RAVENSBRÜCK
ERMORDET 1945

Rudolfsplatz 3

Bonciani, Goffredo Faist, Julius Ferfolja, Anna Fumeo, Angela Gomez-Rodriguez, Rafael Köchl, Josefa Mikulandra, Bozo Miniussi, Alida Pfriemer, Katharina Poggesi, Vasco Schallmoser, Margarethe Schmidberger, Berta Schneider, Anna Subota, Wladimir Tischler, Franziska Verschleisser, Federica Verschleisser, Regine Weissberger, Otto

Franziska TISCHLER, am 7. Februar 1923 als Kind der in Stubach bei Uttendorf im Pinzgau lebenden Eva Neumaier geboren, war verheiratet und hatte zwei in den Kriegsjahren 1939 und 1943 geborene Kinder, Erika und Edith.

Gegen Ende des nationalsozialistischen Regimes verloren die beiden Mädchen ihre junge Mutter.

Franziska TISCHLER zählt allerdings zu den Terroropfern, die weder in der 1991 publizierten Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945 noch in der Opferdatenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) aufscheinen.

Recherchen ergaben jedoch, dass Franziska TISCHLER auf Befehl der Gestapo Salzburg (Zahl 2816 vom 17. Juli 1944) in Stubach nahe den Wasserkraftwerken verhaftet, nach Salzburg in das Polizeigefängnis am Rudolfsplatz überstellt, aber – wie so viele andere Frauen – nicht vor Gericht gestellt wurde.

Mangels einer Gerichtsakte sind persönliche Verbindungen zu widerständigen Arbeitern der Stubachwerke, die als kriegswichtig galten, weder nachzuweisen noch auszuschließen.

Dokumentiert ist aber mittlerweile, dass Josef Hera, ein Arbeiter der Stubachwerke, wegen Widerstandes zum Tode verurteilt und am 21. Juni 1944 im Landesgericht Wien hingerichtet wurde.

Am 13. August 1944 ließ die Gestapo Salzburg die im Polizeigefängnis inhaftierte Franziska TISCHLER – gemeinsam mit zwölf Frauen aus Goldegg im Pongau – über Linz und Prag in das Frauen-KZ Ravensbrück deportieren: Zugang am 27. August 1944, registriert mit der Häftlingsnummer 61395.

Das exakte Datum ihres gewaltsamen Todes ist nicht zu ermitteln, da die SS alle Zeugnisse ihrer Verbrechen inklusive des Totenbuchs vor der Befreiung des Konzentrationslagers vernichtete.

Gewiss ist aber, dass die 22-jährige Franziska TISCHLER die Befreiung von Ravensbrück am 30. April 1945 nicht erlebte und dass ihre minderjährigen Kinder Erika und Edith, von ihrer Großmutter in Stubach betreut, im befreiten Österreich keine Opferfürsorge erhielten.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Nonntaler Hauptstraße 1 36m 36m, 155°  Weil, Angela
Rudolfskai 52 98m 98m, 322°  Schulhof, Alfred
Chiemseegasse 6 295m 295m, 278°  Schönberg, Heinrich
Krotachgasse 2 299m 299m, 270°  Vitzthum, Anna
Chiemseegasse 302m 302m, 278°  Rehrl, Franz

Stolperstein

verlegt am 18.10.2021 in Salzburg, Rudolfsplatz 3.

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