Federica Verschleisser

FEDERICA VERSCHLEISSER
JG. 1899
VERHAFTET 12.11.1943 
DEPORTIERT 28.11.1943
AUSCHWITZ
ERMORDET 29.12.1943

Rudolfsplatz 3

Bonciani, Goffredo Faist, Julius Ferfolja, Anna Fumeo, Angela Gomez-Rodriguez, Rafael Köchl, Josefa Mikulandra, Bozo Miniussi, Alida Pfriemer, Katharina Poggesi, Vasco Schallmoser, Margarethe Schmidberger, Berta Schneider, Anna Subota, Wladimir Tischler, Franziska Verschleisser, Federica Verschleisser, Regine Weissberger, Otto

Am 28. November 1943 ließ die Gestapo Salzburg zwei Jüdinnen, Regine und Federica VERSCHLEISSER, Mutter und Tochter, vom Polizeigefängnis der Stadt Salzburg nach Auschwitz deportieren.

Beide wurden in Auschwitz ermordet: die Mutter Regine am 27. Dezember 1943, ihre Tochter Federica zwei Tage später, am 29. Dezember.

Dokumentiert ist außerdem, dass Adolfo VERSCHLEISSER, Ehemann der Regine und Vater der Federica, am 19. März 1944 im KZ Dachau zu Tode kam.

Mitglieder der Familie VERSCHLEISSER suchen wir allerdings vergeblich unter den Terroropfern, die in der 1991 publizierten Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Salzburg oder in der Opferdatenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) aufscheinen.

Mittlerweile ließ sich die Identität der Shoah-Opfer Regine, Adolfo und Federica VERSCHLEISSER klären:

Regine, geboren am 25. März 1879 in Uhersko, Bezirk Stryj, im österreichischen Kronland Galizien, war eine Tochter des Ehepaares Lea, geborene Rosenberg, und Leo Seemann. Regine war die Ehefrau von Adolfo VERSCHLEISSER, geboren am 10. Mai 1872 in Lemberg (polnisch Lwów, ukrainisch Lwiw), damals Österreich-Ungarn, dann Polen, heute Ukraine.

Ihre Tochter Federica wurde am 8. September 1899 in Uhersko, demnach im Geburtsort ihrer Mutter geboren. Forschungen belegen des Weiteren, dass die Familie VERSCHLEISSER einige Jahrzehnte in der vormals österreichischen Hafenstadt Pola (kroatisch Pula) an der Adria lebte. Unter der italienischen Herrschaft lautete ihre Adresse: Pola, Via Garibaldi 13.

Seit September 1943 befand sich in Pola eine Außenstelle der »Operationszone Adriatisches Küstenland«, die SS-Gruppenführer Odilo Globocnik als »Höherer SS- und Polizeiführer« zentral von Triest aus leitete. Er war für Folter und Morde im KZ Risiera di San Sabba und für Deportationen von politischen und jüdischen Häftlingen – mit Zwischenstation in Salzburg – verantwortlich.

Schließlich ist noch festzuhalten, dass die Gestapo Salzburg rund 300 Frauen ausländischer Herkunft, darunter Regine und Federica VERSCHLEISSER, nach Auschwitz deportieren ließ, wie aus dem fragmentarisch überlieferten Haftbuch des Polizeigefängnisses der Stadt Salzburg hervorgeht.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

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Krotachgasse 2 299m 299m, 270°  Vitzthum, Anna
Chiemseegasse 302m 302m, 278°  Rehrl, Franz

Stolperstein

verlegt am 18.10.2021 in Salzburg, Rudolfsplatz 3.

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