Balthasar Wöss Hoerstolperstein

HIER WOHNTE
BALTHASAR WÖSS
JG. 1892
DEPORTIERT 21.5.1941
SCHLOSS HARTHEIM
ERMORDET 1941

Thumegger Bezirk 5

Wöss, Balthasar

Balthasar WÖSS, geboren am 28. November 1892 in Salzburg, war katholisch, ledig und Tischlergeselle, spezialisiert auf Antiquitäten, in der Werkstätte seines Vaters, eines Tischlermeisters, im Haus Thumegger Bezirk 5. Die Familie WÖSS war nach altösterreichischem Recht in der Stadt Salzburg heimatberechtigt. Seine Mutter starb im Jahr 1923. Seine ältere Schwester Maria, von Beruf Köchin, führte den Haushalt.

Balthasar junior, der wegen einer körperlichen Behinderung den väterlichen Betrieb nicht übernehmen konnte, beschäftigte sich nebenher mit Astrologie und Zukunftsdeutung, was ihm unter dem NS-Regime zum Verhängnis wurde. Er entging zwar der Verurteilung durch die NS-Justiz, wurde aber entmündigt und am 24. April 1940 in die Landesheilanstalt Salzburg-Lehen eingewiesen. Der 48-jährige Balthasar WÖSS befand sich unter den 85 Pfleglingen, die am 21. Mai 1941 nach Hartheim deportiert und dort vergast wurden. Sein Tod ist wie bei allen Opfern der nationalsozialistischen Geheimaktion »T4«1 in der Polizeimeldekartei der Stadt Salzburg nicht vermerkt.

Sein Vater starb 83-jährig im Jänner 1942 und seine Schwester Maria starb 80-jährig im September 1968 in Salzburg.

1 »T4«: benannt nach der »Euthanasie«-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer
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Benachbarte Stolpersteine

Nonntaler Hauptstraße 120 453m 453m, 137°  Schöfegger, Josef
Schloss Leopoldskron, Leopoldskronstraße 56-58 588m 588m, 311°  Metzl, Richard
Reinhardt, Max
Leopoldskronstraße 35 1086m 1086m, 312°  Prodinger, Georg
Mönchsberg 9 1214m 1214m, 357°  Maultasch, Veronika
Herrengasse 12 1331m 1331m, 9°  Leeb, Rosa

Stolperstein

verlegt am 22.03.2012 in Salzburg, Thumegger Bezirk 5.

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