Franz Waltl

Gedenktafel am Salzburger Landesgericht<br>Foto: Gert Kerschbaumer
Gedenktafel am Salzburger Landesgericht
Foto: Gert Kerschbaumer

Rudolfsplatz 2

Baumgartner, Franz Friembichler, Johann Gehringer, Rudolf Groiss, Wilhelm Kössner, Georg Kowatsch, Ferdinand Maier, Jakob Niesewendt, Felix Pickl, Ernst Pironi, Pietro Rieder, Thomas Sbigoli, Giuliano Schmidberger, Hilde Sevignani, Johann Seywald, Franz Sottili, Remo Steininger, Anton Tragbauer, Ambros Waltl, Franz Wolf, Felix

Franz WALTL, am 6. März 1919 in Molzbichl bei Spittal an der Drau geboren und katholisch getauft, war ein Kind des Ehepaares Maria, geborene Eibegger, und Franz Waltl, Bäcker in Spittal an der Drau, der um 1930 starb.

Während der Weltwirtschaftskrise zog die junge Witwe mit ihrem minderjährigen Sohn Franz nach Kaprun bei Zell am See, um an diesem aufstrebenden Ort für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Die beiden hinterließen aber, wie bei kleinen Leuten üblich, spärliche Lebenspuren.

Franz WALTL hatte offensichtlich keinen Beruf erlernt. Er war Hilfsarbeiter und Bergführer in Kaprun und seit dem Kriegsjahr 1940 mit der 1920 geborenen Antonia Hardtmann verheiratet. Das junge Paar hatte zwei Kinder, Paula und Ferdinand – ein familiäres Glück, das von kurzer Dauer war.

Ein bislang unbeachtetes Dokument gibt Aufschluss über das gewaltsame Ende eines jungen Lebens unter der nationalsozialistischen Diktatur: Der 24-jährige Franz WALTL, Soldat des Gebirgsjägerersatzregiments 137, stationiert in der Kaserne Glasenbach bei Salzburg, wurde am 11. März 1943 erschossen, aber nicht in Glanegg bei Salzburg, sondern in Freiburg im Breisgau am Oberrhein – »Todesursache: Urteilsvollstreckung« (laut Kommandantur der Befestigung Oberrhein).

Nach derzeitigem Wissensstand lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, welches Kriegsgericht die Todesstrafe gegen Franz WALTL wegen »Fahnenflucht« oder Desertion während des Vernichtungskrieges verhängte.

Es liegt noch manches im Dunkeln, nicht zuletzt mangels Kriegsgerichts- und Opferfürsorgeakten.

Franz WALTL ist obendrein eines unter vielen Opfern der nationalsozialistischen Kriegsjustiz, die in der 1991 publizierten Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945 nicht aufscheinen.

Recherchen ergeben allerdings, dass seine Mutter, seine Ehefrau und ihre beiden Kinder die Terrorjahre in Kaprun überstehen konnten.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Rudolfsplatz 3 0m 0m, 0°  Gomez-Rodriguez, Rafael
Griesgasse 1 25m 25m, 296°  Rehrl, Johann
Griesgasse 7 68m 68m, 279°  Heger, Berta
Staatsbrücke 89m 89m, 0°  Coilliaux, René Lucien
Alter Markt 12 93m 93m, 161°  Schwarz, Walter

Stolperstein

verlegt in Salzburg, Rudolfsplatz 2.

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