Felix Wolf

Gedenktafel am Salzburger Landesgericht<br>Foto: Gert Kerschbaumer
Gedenktafel am Salzburger Landesgericht
Foto: Gert Kerschbaumer

Rudolfsplatz 2

Baumgartner, Franz Friembichler, Johann Gehringer, Rudolf Groiss, Wilhelm Kössner, Georg Kowatsch, Ferdinand Maier, Jakob Niesewendt, Felix Pickl, Ernst Pironi, Pietro Rieder, Thomas Sbigoli, Giuliano Schmidberger, Hilde Sevignani, Johann Seywald, Franz Sottili, Remo Steininger, Anton Tragbauer, Ambros Waltl, Franz Wolf, Felix

Felix WOLF, am 11. September 1913 in Vetrinj-Zakamen (Viktring-Stein) bei Klagenfurt geboren und katholisch getauft, war ein Sohn der Hilfsarbeiterin Marija Wolf.

Im Geburtenbuch des katholischen Pfarramtes Vetrinj-Zakamen sind die Einträge noch in slowenischer Sprache geschrieben, der Vermerk über den Tod des Felix WOLF im Kriegsjahr 1940 jedoch auf Deutsch:

Laut Mitteilung des Standesamtes Salzburg Nr. 492/41 am 27. 6. 1940.

Daraus lässt sich schwerlich auf ein gewaltsames Ende des jungen Kärntners in Salzburg unter der nationalsozialistischen Diktatur schließen.

Außerdem ist sein Name weder in der 1991 publizierten Dokumentation Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945 noch in der Opferdatenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes zu finden.

Aufschluss über den gewaltsamen Tod des Kärntners im Kriegsjahr 1940 gibt allerdings ein bislang unbeachtetes Dokument der deutschen Wehrmacht in Salzburg: Felix WOLF war Rekrut im Gebirgspionier-Ersatzbataillon 82, um kriegstauglich gemacht zu werden, was offensichtlich misslang – »Fahnenflucht«, Desertion oder Verweigerung des Kriegsdienstes.

Seine Beweggründe liegen mangels Kriegsgerichts- und Opferfürsorgeakten im Dunkeln.

Dokumentiert ist jedenfalls, dass ein Kriegsgericht der Division 188 am 8. Mai 1940 in Salzburg die Todesstrafe gegen den 26-jährigen Felix WOLF verhängte. Er wurde am 27. Juni 1940 um 5 Uhr früh auf dem Militärschießplatz in Glanegg erschossen.

Recherchen belegen außerdem, dass sein Leichnam auf dem Kommunalfriedhof der Stadt Salzburg anonym beerdigt wurde.

Der Blutrichter, der »im Namen des Deutschen Volkes« das Todesurteil fällte, bleibt namenlos, weil die Kriegsgerichte einen Großteil ihrer Akten in Salzburg vernichten konnten.

Schließlich ist festzuhalten, dass die Mutter des Felix WOLF die Terrorjahre im slowenischsprachigen Gebiet Kärntens überstand und 1954 starb.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Rudolfsplatz 3 0m 0m, 0°  Gomez-Rodriguez, Rafael
Griesgasse 1 25m 25m, 296°  Rehrl, Johann
Griesgasse 7 68m 68m, 279°  Heger, Berta
Staatsbrücke 89m 89m, 0°  Coilliaux, René Lucien
Alter Markt 12 93m 93m, 161°  Schwarz, Walter

Stolperstein

verlegt in Salzburg, Rudolfsplatz 2.

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