Margarete Wraubeck

HIER WOHNTE
MARGARETE
WRAUBECK
GEB. LIEBLICH
JG. 1863
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 17.9.1942
Meldeschein des Ehepaares Wraubek
Meldeschein des Ehepaares Wraubek
Meldeschein von Margarete Wraubek (2)
Meldeschein von Margarete Wraubek (2)

Haydnstraße 5

Wraubeck, Margarete

Margarete WRAUBEK1, geborene Lieblich, geboren am 13. Dezember 1863 in Budapest, eine Tochter des jüdischen Ehepaares Charlotte, geborene Grieshaber und Samuel Lieblich, konvertierte zum evangelischen Glauben (Helvetisches Bekenntnis) und heiratete im November 1894 in der Reformierten Stadtkirche, Wien 1, Dorotheergasse 16. Ihr Ehemann Friedrich WRAUBEK, geboren am 26. November 1858 in Gurahumora (Bukowina), römisch-katholisch, war in der Monarchie Österreich-Ungarn ein höherer Beamter der k. u. k. Militärverwaltung, stationiert in der Garnisonsstadt Lemberg, zuletzt in der Reichshauptstadt Wien, wo seine Karriere als k. u. k. Generalintendant (Generaloberst) mit der Auflösung der Monarchie endete.

Nach dem Ersten Weltkrieg übersiedelten Margarete und Friedrich WRAUBEK nach Salzburg, ins gutbürgerliche Andrä-Viertel, Haydnstraße 5, 1. Etage. Hier war das Ehepaar nach altösterreichischem Recht heimatberechtigt. Der Ehemann starb am 15. Mai 1938, zwei Monate nach dem »Anschluss« Österreichs an Deutschland. Im April 1939 musste die 76-jährige Witwe ihre Wohnung in der Haydnstraße räumen – Nutznießer ihrer Vertreibung war ein Beamter der deutschen Heeresverwaltung – und nach Wien flüchten.

Die 78-jährige Margarete WRAUBEK, die zuletzt gemeinsam mit evangelisch konvertierten Jüdinnen und Juden im Altersheim der Schwedischen Mission für Israel, 9. Bezirk, Seegasse 16, wohnte2, wurde am 27. August 1942 mit dem »Transport 38« nach Theresienstadt deportiert und dort am 17. September 1942 ermordet.

1 WRAUBECK laut Shoah-Datenbank, WRAUBEK laut Matriken, Melderegister und Todesfallanzeige Theresienstadt.

2 Deportationsadresse von 155 Opfern, darunter die 77-jährige Witwe Therese Hirsch, Mutter des Malers Felix Albrecht Harta (vormals Hirsch), der aus dem Exil nach Salzburg zurückkehrte und hier 1967 starb.

Quellen

Autor:Gert Kerschbaumer

Benachbarte Stolpersteine

Hubert-Sattler-Gasse 13 39m 39m, 253°  Jacoby, Adolf
Franz-Josef-Straße 14 56m 56m, 293°  Erlbeck, Günther
Haydnstraße 6 76m 76m, 150°  Zhorsky, Artur
Franz-Josef-Straße 12 85m 85m, 285°  Löwy, Amalie
Fischer, Ludwig
Fischer, Emilie
Faberstraße 11 105m 105m, 276°  Spiegel, Bela Baruch
Spiegel, Therese
Franz-Josef-Straße 11 105m 105m, 301°  Weissenstein, Margarethe

Stolperstein

verlegt am 23.06.2009 in Salzburg, Haydnstraße 5.

DE EN