Josef EGGER, geboren am 8. März 1891 in Radstadt, war katholisch, ledig und von Beruf Kaufmann. Er führte ein Blumengeschäft in Bischofshofen und war wegen seiner sexuellen Orientierung vorbestraft.
Unter der nationalsozialistischen Herrschaft übersiedelte er in die Stadt Salzburg. Er war Untermieter im Stadtteil Itzling.
Anhand des Strafregisters des Landesgerichtes Salzburg wird ersichtlich, dass Josef EGGER am 19. September 1939, demnach zu Beginn des 2. Weltkrieges, nach § 129 I b des nach wie vor gültigen österreichischen Strafgesetzes – »Unzucht wider die Natur mit Personen desselben Geschlechts« – zu 18 Monaten »schwerem Kerker« verurteilt wurde. 1
Dokumentiert ist außerdem, dass die Kriminalpolizei den im Gefangenenhaus des Landesgerichtes Salzburg inhaftierten Josef EGGER in das KZ Dachau deportieren ließ: Zugang am 5. Oktober 1940 als Häftling Nr. 20149 (»Polizeiliche Sicherungsverwahrung« mit grünem Winkel).
Josef EGGER wurde 50-jährig am 5. April 1941 im KZ Dachau ermordet (offizielle Todesursache: »Versagen von Herz und Kreislauf«), daraufhin eingeäschert und auf dem Ortsfriedhof in Bischofshofen begraben.
1 Unter dem NS-Regime liefen im Landesgericht Salzburg gegen 338 Personen, darunter sechs Frauen, Verfahren nach § 129 I b – »Unzucht wider die Natur mit Personen desselben Geschlechts« – des nach wie vor gültigen österreichischen Strafgesetzes.
Die im Landesarchiv Salzburg aufbewahrten Gerichtsakten wurden jedoch in den 1990er-Jahren vernichtet.
Quellen
- Stadt- und Landesarchive Salzburg: Polizeimelderegister und Strafregister des Landesgerichtes Salzburg
- KZ-Gedenkstätte Dachau und Arolsen Archives
Stolperstein
verlegt am 18.04.2013 in Salzburg, Meierhofweg 13 (Ecke Ratsbriefstraße)